Wie Wo Was Warum - Alles über den Schliff eines Diamanten

Warum funkelt und glitzert ein Diamant als ob ein Feuer in ihm brennt?

In Filmen sieht man oft Menschen, die unverhofft einen Diamanten finden, weil sie von seinem Glitzern unwiderstehlich angezogen werden. Dies entspricht nicht ganz den Tatsachen. Rohdiamanten sind farblose Kristalle, die auf den ersten Blick wenig spektakulär aussehen. Typisch für Diamanten ist die Oktaederform, es kommen aber auch tetraedrisch, dodekaedrische und würfelförmige Rohdiamanten vor.

Und wie kommt nun das unverwechselbare Funkeln in den Diamant?

Hierzu muss der Rohdiamant geschliffen werden. Dies ist jedoch gar nicht so einfach. Da Diamant das härteste natürlich vorkommende Material der Welt ist, kann er nur von einem anderen Diamanten geschliffen werden. Daher verwenden Diamantenschleifer seit Jahrhundert mit feinen Diamantsplittern bzw. Diamantstaub beschichtete Gußeisenräder, die sich sehr schnell drehen. So ist es erfahrenen Diamantschliefern möglich das Feuer eines Diamanten durch das polieren seiner Oberfläche zu erwecken. Aber Schliff ist nicht gleich Schliff. Um einen möglichst strahlenden Diamanten zu erhalten, wurden im Laufe der Jahrhunderte unterschiedliche Schliffformen entwickelt. Dabei zeigte sich, dass ein Diamant schöner funkelt, wenn er nicht nur einfach poliert wird, sondern seine Oberfläche verschiedene Schliffflächen, die sogenannten Facetten aufweist. Dadurch wird das einfallende Licht sehr gut reflektiert und dabei gebrochen und gestreut, so dass sich das weiße Licht in seine unterschiedlichen Farbanteile aufspaltet. Erst diese optischen Prozesse erwecken einen Diamanten zum Leben und machen ihn zum strahlenden Mittelpunkt eines Schmuckstückes.

Der ideale Schliff

Aber welcher Schliffform ist nun die optimale? Als höchst entwickelte Form des Diamantschliff gilt der Brillantschliff. Seine unverwechselbaren Merkmale sind eine polierte Tafel und 32 Facetten im Oberteil des Diamanten, gefolgt von einer kreisrunden Rundiste und 24 Facetten im spitz zulaufenden Unterteil. Nur Diamanten, die in diesen Schliff aufweisen, dürfen sich Brillant nennen. Der ideale Schliff zeichnet sich aber nicht allein durch die vorgeschriebene Anzahl von Facetten, Tafel und Rundiste aus, es kommt auch wesentlich auf das Verhältnis der einzelnen Schliffflächen zueinander an. Besonders wichtig bei den optimalen Proportionen ist das Verhältnis der Höhe des Diamanten im Vergleich zu seinem Durchmesser sowie der Durchmesser der Tafel im Vergleich zum Gesamtdurchmesser des Diamanten. Nur wenn diese Proportionen stimmen, reflektiert der Brillant möglichst viel des einfallenden Lichtes, wobei es zunächst von einer Facette zu einer anderen reflektiert und dabei gestreut wird, wodurch das charakteristische Funkeln zustande kommt. Die Brillanz eines Diamanten ist also maßgeblich von den Proportionen seiner einzelnen Facetten abhängig. Allerdings streiten noch heute die Experten, wie genau die Proportionen für einen idealen Brillantschliff aussehen müssen. Es kann es sein, dass Brillanten, die in Europa als ideal geschliffen angesehen werden, in den USA nicht so eingestuft werden und umgekehrt.

Haben alle Diamanten den idealen Schliff?

Diese Frage ist klar zu verneinen, es gibt nur sehr wenige Brillanten mit idealem Schliff. Um einen Brillanten mit idealem Schliff zu erzeugen, muss ein Großteil des Rohdiamanten wegschliffen werden. Dieser Gewichtsverlust kann bis 70% des ursprünglichen Diamantgewichts ausmachen. Daher gibt es auch andere Schliffqualitäten, die ebenfalls sehr schöne Brillanten hervorbringen, den Gewichtsverlust während des Schleifens aber deutlich verringern können. Die üblichen Schliffqualitäten, in denen Brillanten angeboten werden sind: ideal oder exzellent, sehr gut, gut. Schlechtere Qualitäten werden in hochwertigen Schmuckstücken üblicherweise nicht angeboten.